die freie Trauung ALS meine absolute FAV
als Hochzeitsfotografin
Versteht mich nicht falsch, das Standesamt hat seine bürokratische Daseinsberechtigung (und die Steuerklasse dankt es euch). Und ja, auch eine kirchliche Trauung kann im Vergleich zum Amt richtig emotional sein. Aber Hand aufs Herz: Oft hat das Brautpaar eigentlich gar nichts mehr mit der Institution am Hut und reaktiviert die Connection zur Kirche nur wegen der schönen Kulisse für die Hochzeit.
Und genau da lauert der Endgegner: die strengen Regeln. Was ich in Kirchen schon alles erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut. Da durfte der Vater die Braut nicht nach vorne bringen, weil die Pastorin meinte, der Brauch stamme aus Zeiten, in denen Frauen noch keinen freien Willen hatten. Ein anderes Mal wurde der erste Kuss zwar nicht direkt verboten, aber vom Pfarrer auch gar nicht erst angesagt – frei nach dem Motto: „Wir sind hier schließlich in Gotteshaus und nicht in einer USA-Kitschkomödie!“ Wenn der schönste Moment eures Lebens von Verboten und strengen Protokollen diktiert wird, blutet mein Herz als Hochzeitsfotografin.
Wenn es um das echte, ungefilterte Gefühl, um Freigeist-Momente und um eure ganz persönliche Geschichte ohne starre Verbote geht, schlägt die freie Trauung einfach alles. Ich brenne für diese Art des Ja-Wortes für eure Hochzeitsreportage – und hier kommt das Warum.
Emotionen ohne Stoppuhr: Das Protokoll hat Pause
Der größte Pluspunkt vorweg: Eine freie Trauung ist einfach unfassbar viel emotionaler. Hier liest niemand einen staubigen Gesetzestext vor. Es geht um euch. Warum ihr euch liebt, worüber ihr streitet, wer von euch beiden den Müll nicht runterbringt und warum ihr trotzdem euer perfektes Match gefunden habt.
Dazu kommt der Faktor Zeit: Ihr seid zeitlich absolut unbegrenzt. Auf dem Standesamt wird im 20-Minuten-Takt durchgetaktet, weil die nächste Braut schon im Flur wartet. Bei einer freien Trauung bestimmt ihr das Tempo. Wenn euer Trauredner eine halbe Stunde länger braucht, weil alle vor Lachen und Weinen keine Luft mehr bekommen – ja, herrlich, bitte mehr davon! Für meine Hochzeitsreportage ist das pures Gold.
Kreativität ohne Grenzen: Let’s break the rules
In Sachen Kreativität gibt es hier einfach keine Grenzen. Ihr wollt, dass eure Oma die Ringe bringt? Dass eure Band live euren Lieblingssong schmettert, während alle mitsingen? Sollen eure Blumenmädchen am Ende zwei eurer besten Kumpels im Hawaii-Hemd sein? Go for it! Oder wie wäre es, wenn statt dem klassischen Auszug eine Runde Tequila für die Gäste serviert wird?
Es ist euer Tag, verdammt noch mal. Ihr müsst niemanden um Erlaubnis fragen, außer euer eigenes Bauchgefühl. Keine Pastorin und kein Protokoll redet euch hier rein.
Eure Kulisse, euer Vibe
Und jetzt kommen wir zu meinem absoluten Lieblingsthema und der größten Stärke einer freien Trauung: die Location. Der Ort des Geschehens. Eine freie Trauung kann einfach überall stattfinden. Wenn wir uns im Vorfeld coole Plätze überlegen, fängt mein Kopf sofort an zu rattern.
„Aber ist das nicht auch bei einer standesamtlichen Hochzeit möglich?
Wir kennen nämlich persönlich einen Standesbeamten, der kommt einfach zu uns in den Garten und traut uns unter dem Apfelbaum!“ Pustekuchen! So läuft das in Deutschland leider nicht. Die standesamtliche Trauung darf rechtlich gesehen nur an Orten stattfinden, die von der jeweiligen Gemeinde offiziell dafür gewidmet und genehmigt wurden. Und es kommt noch bürokratischer: Ihr braucht in der Regel gar nicht erst nach traumhaften, komplett offenen Plätzen im Freien zu suchen.
Es ist in Deutschland quasi Pflicht, sich in einem Raum mit vier Wänden trauen zu lassen. Eine echte, rechtskräftige Standesamt-Trauung direkt open-air am Strand, ohne irgendein Dach oder feste Wände um euch herum? Rechtlich fast unmöglich. Die Würde des Amtes verlangt ein festes Fundament, oder so ähnlich.
Es gibt fast ein paar Ausnahmen, wo man sich fast am Strand standesamtlich trauen lassen kann – wie zum Beispiel in Schillig. Aber eben nur fast. Am Ende sitzt man wegen der Vier-Wände-Regel dann doch wieder in einem geschlossenen Zelt. Heißt im Klartext: Statt auf das endlose Meer guckt ihr während des Ja-Wortes auf eine weiße Zeltwand. Romantik pur, nicht wahr? Don’t get me wrong - Schilling ist trotzdem eins von meinen Lieblingsorten wenn es sich um die standesamtliche Trauung handelt!
Wenn ihr den Traum vom ungezähmten Vibe nicht aufgeben wollt, schmeißen wir die steifen Mauern einfach über Bord. Bei einer freien Trauung bestimmen wir die Kulisse selbst:
Macht euch frei!
Hochzeit in urbanen Lost Spaces:
Absolutes Endlevel für Freigeister. Eine Trauung in einer stillgelegten Industriehalle, einer alten Fabrik oder einem rauen Loft. Zwischen abgebröckeltem Beton, rostigem Stahl und riesigen Fenstern – dieser derbe, ungeschönte Kontrast zum weißen Hochzeitskleid ist für meine Kamera der absolute Traum.
Freie Trauung im Wald:
Mystisch, tief verwurzelt und unbeschreiblich intensiv. Stellt euch vor: Ihr steht umgeben von riesigen, alten Bäumen, der Boden ist bedeckt mit wildem Farn, und statt kitschiger Disko-Beleuchtung habt ihr dieses magische, weiche Licht, das in einzelnen Strahlen durch das dichte Blätterdach bricht.
Freie Trauung am Strand:
Barfuß im echten, warmen Sand, die salzige Brise in den Haaren, die Sonne auf der Haut und das endlose Rauschen der Wellen direkt im Blickfeld. Vergesst die deutsche Zeltwand-Paranoia – hier geht es um Weite. Das ist Freiheit pur, komplett ungezwungen und maximal lässig. Meine Lieblingsinsel dazu: Texel!
Trauung im eigenen Garten:
Welcome Home! Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt, der mehr nach euch schmeckt, als euer eigenes Zuhause. Stellt euch vor: Ihr sagt Ja unter dem alten Apfelbaum, an dem ihr im Sommer sonst in der Hängematte lümmelt. Keine fremde Location, an die man sich erst gewöhnen muss. Echter, authentischer und privater geht es nicht.
Hochzeit auf dem Berg:
Der ultimative Elopement-Vibe: Ihr wollt keine fette Party mit 120 Gästen, sondern das absolute Kontrastprogramm? Nur ihr zwei, die unendliche Freiheit und der Himmel als Zeuge? Dann ist ein Elopement in den Bergen euer absolutes Match. Wenn ihr dem Trubel entfliehen und eure Liebe im ganz großen Stil, aber im kleinsten Kreis feiern wollt, dann geht hoch hinaus!
Trauung über den Dächern der Stadt
Urbaner Lifestyle auf Anschlag! Stellt euch vor: Ihr steht auf einer fetten Rooftop-Terrasse mitten in der Großstadt, unter euch das Summen der Metropole und über euch der endlose Himmel. Wenn die Zeremonie vorbei ist, klirren die Gläser mit eurer Gang beim Sundowner und im Hintergrund gehen langsam die Lichter der Stadt an.